Because if we want to make those differences, it has to be one of us. If we want to change the policy, we need to do it ourselves.

* 24.08.1972 in Kapstadt
Staatsangehörigkeit bei Geburt: Südafrika
Land des Kampfes für die Menschenrechte: Südafrika

One Billion Rising South Africa Coordinator

Ort: Südafrika
Eintrittsgrund:
Funktion / Tätigkeit:

Founder and Chairperson of the René Roman Search and Rescue Group

Ort: Lavender Hill, Südafrika
Eintrittsgrund:
Funktion / Tätigkeit:

Founder and Director of Philisa Abafazi Bethu

Ort: Lavender Hill, Südafrika
Eintrittsgrund:
Funktion / Tätigkeit:
Menschenwürde
Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit
Anspruch auf Rechtsschutz
Recht auf soziale Sicherheit
Recht auf Bildung und Ausbildung
Recht auf Bildung und Ausbildung

EINLEITUNG

Lucinda Evans ist eine südafrikanische Frauenrechtsaktivistin und Feministin. Sie ist bekannt für ihren radikalen Aktivismus und gründete 2008 ihre eigene Organisation gegen gender-based violence, Philisa Abafzi Bethu. Sie führt regelmäßig landesweite Protestmärsche an, war eine der Rednerinnen bei der #AmINext-Demonstration vor dem südafrikanischen Parlament und ist die Koordinatorin von One Billion Rising Südafrika.

DIE GESCHICHTE

Lucinda Collette Evans ist eine südafrikanische Aktivistin und Feministin und wurde am 24. August 1972 im District Six in Kapstadt geboren. Dort verbrachte sie die ersten Jahre ihrer Kindheit, bis sie im Alter von fünf Jahren im Zuge der „forced removals“ während der Apartheid nach Lavender Hill, einem Township in den Cape Flats (ca. 20 Autominuten entfernt von Kapstadt) umgesiedelt wurde. Sie musste also bereits früh in ihrem Leben Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten erfahren und hat schon im Alter von 9 Jahren Freiwilligenarbeit für das Rote Kreuz begonnen.

 

Lucinda Evans lebt auch heute noch in Lavender Hill, gemeinsam mit ihrem Mann Franklin und ihren beiden Kindern Caitlin und Liam. Lavender Hill gilt bis heute als eine der gefährlichsten Regionen in Kapstadt, in der durch Gangkriminalität, Drogen- und Waffenhandel und Missbrauch an Frauen und Kindern eine sehr hohe Kriminalitätsrate herrscht. Neben ihrer jahrelangen Freiwilligenarbeit beim Roten Kreuz hat Evans während ihrer Schulzeit auch schon als Freiwillige bei unterschiedlichen Betreuungs- und Hilfsangeboten für Kinder und Frauen mitgeholfen, wie z.B. bei Rape Crisis Cape Town. Nach ihrem Abschluss am Cape Town College of Education 1996 hat Evans zunächst in unterschiedlichen Initiativen zu Gender-Based Violence und HIV-Prävention in KwaZulu-Natal und im Eastern Cape gearbeitet und für kurze Zeit unterschiedliche Projekte mit Frauen und Kindern in der Organisation New World Foundation geleitet.

 

Nachdem sie 2008 zum wiederholten Male Zeugin davon wurde, wie ein Mann seine Frau auf offener Straße misshandelte, entschied sie sich schließlich ihre eigene NGO Philisa Abafazi Bethu zu gründen; „Philisa Abafazi Bethu“ ist isiXhosa und bedeutet „Heal Our Women“. In ihrer Organisation unterstützt Lucinda Evans Menschen die Opfer von Häuslicher Gewalt, Vergewaltigungen, und Missbrauch jeglicher Art geworden sind. Während ihr Fokus zunächst auf der Unterstützung von Frauen und Kindern lag, arbeitet Philisa Abafazi Bethu mittlerweile auch mit Männern, nicht-binären Personen und ganzen Familien zusammen.

 

Evans startete 2008 ihre Organisation mit zunächst nur einer Selbsthilfegruppe für Frauen und einem Nachmittagsprogramm für Kinder in ihrem eigenen Wohnzimmer und ihrer Garage in Lavender Hill. Seit der Gründung ist Philisa Abafazi Bethu stetig gewachsen und bietet mittlerweile nicht nur Frauenselbsthilfegruppen und Nachmittagsbetreuungen für Kinder an, sondern hat auch eine Gruppe für missbrauchte Senior*innen aus der Region, eine Jugendgruppe, eine Babyklappe, eine juristische Beratungsstelle, ein Frauenhaus und ein Safe House für Angehörige der LGBTQIA+ Community, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind. Beide Safe Houses sind aktuell die einzigen Notfallhäuser in der Region, die Menschen unabhängig von Hautfarbe, sozialer Herkunft, vorherrschenden Krankheiten bzw. Suchtproblemen aufnimmt. 2017 half Lucinda Evans der Familie von Rene Roman bei der Suche nach der vermissten 13-Jährigen, die von einem ihrer Nachbarn entführt, vergewaltigt und getötet wurde, und hat seither einen Suchtrupp im Namen der 13-Jährigen gegründet, der regelmäßig ausrückt, wenn Kinder und Frauen vermisst werden. Durch die wachsenden Aufgaben wächst auch das Team von Philisa Abafazi Bethu stetig an und Evans arbeitet mittlerweile mit mehreren Sozialarbeiterinnen zusammen, die täglich Beratung für Menschen aus Lavender Hill und den umliegenden Communities anbieten. Seit 2020 sind die Projekte von Philisa Abafazi Bethu—mit Ausnahme des Frauenhauses—alle unter dem Dach des Philisa Abafazi Bethu Family Centers in Steenberg angesiedelt.

 

Weiterhin ist Lucinda Evans Zeit ihres Lebens politisch aktiv gegen sexualisierte Gewalt und Femizide und hat schon viele Protestaktionen in Südafrika angestoßen und verbreitet, so ist sie zum Beispiel die Initiatorin und Koordinatorin von „One Billion Rising South Africa“ und war maßgeblich an der Initiierung der Protestaktion „Am I Next? / #amInext?“ beteiligt, in der Menschen aus dem ganzen Land gegen die zunehmende sexualisierte Gewalt in Südafrika protestieren. Für ihren Aktivismus wurde Lucinda Evans schon häufig ausgezeichnet. Sie hat 2016 beispielswiese den französischen Verdienstorden „Ehrenlegion“ (Légion d’honneur) von der französischen Botschafterin verliehen bekommen, und wurde im Oktober 2019 von BBC unter die 100 einflussreichsten Frauen der Welt gewählt.

 

Autorin: Laura Hartmann

 

Quellen:

http://www.philisaabafazi.org/index.php

Persönliche Gespräche mit Lucinda Evans

 

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