02.05.2018

Fritz Bauer in den USA
Buchpräsentation im Illinois Holocaust Museum mit Biographin Irmtrud Wojak

Der Saal des Illinois Holocaust Museum & Education Center war schon eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung voll, als die Historikerin Irmtrud Wojak die englischsprachige Ausgabe ihres Buches erstmals in den USA vorstellte.

„I’m so glad that we had good attendance and a fully engaged audience. The presentation was excellent. Bauer’s thoughts on treason will stay with me“, betonte Lillian Polus Gerstner, Director of Public Programs, nach der Veranstaltung.

Es waren nicht zuletzt die jüngsten Spielfilme, die das Interesse auf den Juristen Fritz Bauer gelenkt hatten, der den Nazi-Verbrecher Eichmann fand und Auschwitz vor Gericht brachte. Die Historikerin und Leiterin der gemeinnützigen BUXUS STIFTUNG GmbH korrigierte das Bild vom angeblich besessenen homosexuellen Nazi-Jäger und Workaholic, der Selbstmord begangen haben soll, das unter anderem durch die jüngsten deutschen Spielfilme von dem Kämpfer für die Menschenrechte in die Welt gesetzt wurde. Hierfür gibt es keine historischen Quellen, es handelt    sich vielmehr um zeitgenössische Interpretationen, die leider rassistischen und antisemitischen Tendenzen zum Tanz aufspielen.

Der Humanist und soziale Denker Fritz Bauer, selbst ein Überlebender des Holocaust, dessen Familiengeschichte von der jüdischen Emanzipationsgeschichte geprägt wurde und der Zeit seines Lebens gegen Unrecht, soziale Ungerechtigkeit und den Missbrauch staatlicher Gewalt kämpfte, trat statt dessen eindrucksvoll hervor.

Die Zuhörer und Zuhörerinnen waren gebannt und mehr als interessiert. Besonders bewegend für die Biographin war nach der Veranstaltung die Begegnung mit einer Cousine Fritz Bauers, die mit ihrer Familie in Dänemark und Schweden in Kontakt kommen wollte, wo Fritz Bauer während des Nationalsozialismus Zuflucht gefunden hat.

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